Nachdem hier mal wieder lange Ruhe geherrscht hat versuche ich mal im Schnelldurchlauf, etwas aufzuholen.
Toffee hat im März zwei schwere OPs über sich ergehen lassen müssen.
Zuerst hatte sie eine Darmverdrehung im Mastdarm, etwa 5cm vor dem Darmausgang. Ein Stück Darm musste entfernt werden und für einige Zeit stand Schonkost auf dem Programm.
Bei der OP fielen winzigkleine Blutungen aus dem Bauchfett auf, die mit dem Elektrokauter verödet wurden. Keine große Sache, aber die Ursache konnte nicht ergründet werden, eventuell eine Auswirkung der Lymphoms.
Ebenfalls entdeckt wurde, dass der Bauchlymphknoten vergrößert war, was kein gutes Zeichen bei dieser Art von Erkrankung ist.
Dazu kam eine Umfangsvermehrung an der Gekrösewurzel, nicht operabel.
Diese Umfangsvermehrung könnte der Auslöser für die Darmverdrehung gewesen sein, da sie die Organe etwas verdrängte und so möglicherweise eine räumliche Umorganisation selbiger angestoßen hat. Aber das sind reine Spekulationen.
Aufgefallen war uns, dass Toffee sehr matt war und seltsame Zuckungen im Bauchbereich hatte, die sich deutlich von Schluckauf unterschieden, der auch bei Frettchen vorkommt. Wir sind natürlich umgehend in die Notfallsprechstunde gefahren und Toffee wurde nach Untersuchung und Röntgen sofort operiert. Hier mal ein großes Danke an Fr. Cloidt, die den Notdienst hatte und diese fisselige OP so erstklassig durchgeführt hat. Einen Darm aneinanderzustückeln ist ja bei dieser Größenordnung nicht gerade einfach oder gar Routine.
Die zweite OP war etwa 2 Wochen später.
Toffee war wieder sehr schlapp und hatte wieder so beängstigende Zuckungen. Ich bin wieder umgehend zum TA gefahren und traf diesmal, aufgrund der frühen Stunde (08:00 Uhr) Frau Hase an, die neu in der Praxis ist und den Frühdienst hatte.
Ok, ich weiß, als Neuling möchte man nicht mit Patientenbezitzern konfrontiert werden, die auf deutliche Weise klarmachen, dass jetzt und sofort und umgehend was gemacht werden muss. Ja, ich war etwas kopflos, weil Toffee wirklich sichtbar litt. Und ja, ich habe damit Fr. Hase wohl etwas unter Druck gesetzt, die aber dennoch souverän reagiert hat, Toffee erstmal ein Schmerzmittel verabreicht hat und sie dann röntgen lassen hat.
Der Bauchraum schien voller Flüssigkeit, auf dem Bild war sonst kaum etwas zu erkennen.
Ich verlangte eine sofortige OP um Toffees Leben zu retten. Fr. Hase rief dann den Chef der Praxis an, der eigentlich erst ab 11:00 Uhr im Hause gewesen wäre und wegen meines doch sehr drängenden Verhaltens dann einfach eher seinen Dienst angetreten hat. Fr. Hase hatte bis zum Eintreffen des Chefs, Dr. Borchers, dann auch schon alle Vorbereitungen getroffen, Toffee war bereits in Narkose und der Bauch war auch schon geöffnet.
Hier auch Danke an Fr. Hase, die sicherlich keinen guten Eindruck von mir bekommen hatte und sich wohl auch unfair behandelt gefühlt haben könnte. Sorry! ![]()
Zusammen haben die beiden dann wohl etwa 30ml Blut aus Toffees Bauch abgesaugt, das entspricht annähernd einem Drittel des gesamten Blutvolumens. Eine Blutungsquelle allerdings konnte nicht gefunden werden, zum Zeitpunkt der OP war bereits nichts mehr zu sehen. Im Prinzip hätte also weder Dr. Borchers den Tag so rüde beginnen müssen, noch hat die OP irgendetwas in Hinblick auf den Blutverlust gebracht, außer, dass Druck von den Organen genommen werden konnte. Das Blut hätte man vermutlich aber auch von außen mit einer Spritze aus dem Bauchraum holen können und Toffee wäre dieser große Eingriff erspart geblieben.
Allerdings konnte Dr. Borchers bei dieser Gelegenheit sehen, dass der Bauchlymphknoten wieder normale Größe hatte und die Umfangsvermehrung an der Gekrösewurzel nun doch operabel war. Er hat das Ding rausgeholt und eingeschickt. Es war kein bösartiger Tumor, sondern eine Bindegewebe-Wucherung!
Blutungen sind seitdem nicht mehr aufgetreten und Toffee ist am Bauch auch nicht mehr so empfindlich; am Ende ist also doch auch was Gutes dabei rumgekommen.
An dieser Stelle ein dickes Danke an Doc Borchers, der unbürokratisch und im Sinne der armen Maus den Dienstplan ignoriert hat und zur Stelle war. Es war dadurch ein echt langer Tag für ihn, aber darüber verliert der Mann kein Wort. Es ist toll, so betreut zu werden.
Seitdem und auch währenddessen hat Toffee ganz normal mit der Chemo weitergemacht und verträgt sie auch weiterhin gut. Wir sind inzwischen in der 13ten Woche des Chemo-Protokolls angekommen, die Hälfte ist also rum.
Leider hat sie in den letzten Wochen mit Fieberschüben zu kämpfen, die durch die Krebserkrankung hervorgerufen sein dürften. Mit Novalgin und guter Pflege haben wir das aber bis jetzt ganz gut im Griff.
Gestern waren wir dann bei wirklich schönem Wetter mit den dreien im Garten von Herallerliebsts Eltern. Die Patin des Trupps war ebenfalls mitgekommen und so hatten wir genug Personal zur Aufsicht über drei Frettchen und einen Fotoapperat. Bilder gibt es aber erst in einigen Tagen, die Bilder sind noch auf SchwieMus SD-Karte. ![]()
Ivy, Toffee und Dax bekamen erstmalig in ihrem Leben ein Geschirr angezogen und haben, wider Erwarten, kaum Notiz davon genommen, bis auf Toffee. Ihr tat es vielleicht an den Hals-Lymphknoten weh, oder vielleicht wollte sie auch einfach nur ihren Dickkopf durchsetzen. Jedenfalls zeigte sie deutlich, dass sie unter tierschutzrelevanten Umständen zur Frischlufteinnahme gezwungen wurde. Sie versuchte sich zu schubbeln und rollte dabei unkontrolliert zwischen den einzelnen Grashubbeln rum. Ich hatte dann Mitleid mit ihr und ließ sie ohne Geschirr und Leine laufen, nur unter der Aufsicht meiner gestrengen Argusaugen. 
Sie fand es gleich viel erträglicher und hat sich fast den ganzen Garten angeschaut. Zum Schluss habe ich sie dann im Kennel festgesetzt, damit sie sich nicht völlig verausgabt und überfordert.
Sie hat den wirklich anstrengenden Ausflug bestens verkraftet, hat noch im Garten eine Riesenportion Nassfutter zusammen mit Ivy verputzt und ist dann noch ein-, zweimal über die plattierte Terasse gehoppelt. Sie hatte Spaß. ![]()
Dax war mit seiner Patin unterwegs und hat unter anderem den Gartenteich erkundet. Auch ein wenig von innen. *rofl*
Erst schubbelt der Kerl sich im Gras am Rand, schubbelt sich weiter zu einer Halbinsel aus Wollgras und kullert dann im Randzonenbereich ins Wasser. Ein Bild zum schießen, wie er da, eine Körperhälfte von vorne bis hinten nass, aus dem Teich schoss, auf die Wiese und sich da trockenrubbelte. Von da ging es dann in den nächsten erreichbaren Erdhaufen - die grauen Flecken sind immer noch nicht ganz raus aus dem weißen Fell. ![]()
Na ja, bis auf eine für uns recht entspannende Müdigkeit und einer gewissen Steifheit der Glieder dank Muskelkater haben die drei den Ausflug glänzend verpackt. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, wird das wiederholt.
(Hey, Doc, nicht nur lesen, auch kommentieren! Gerne auch, wenn ich bei den medizinischen Details Blödsinn verzapfe.
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