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  • Wir leben noch!

    Nachdem hier mal wieder lange Ruhe geherrscht hat versuche ich mal im Schnelldurchlauf, etwas aufzuholen.

    Toffee hat im März zwei schwere OPs über sich ergehen lassen müssen.

    Zuerst hatte sie eine Darmverdrehung im Mastdarm, etwa 5cm vor dem Darmausgang. Ein Stück Darm musste entfernt werden und für einige Zeit stand Schonkost auf dem Programm.
    Bei der OP fielen winzigkleine Blutungen aus dem Bauchfett auf, die mit dem Elektrokauter verödet wurden. Keine große Sache, aber die Ursache konnte nicht ergründet werden, eventuell eine Auswirkung der Lymphoms.
    Ebenfalls entdeckt wurde, dass der Bauchlymphknoten vergrößert war, was kein gutes Zeichen bei dieser Art von Erkrankung ist.
    Dazu kam eine Umfangsvermehrung an der Gekrösewurzel, nicht operabel.
    Diese Umfangsvermehrung könnte der Auslöser für die Darmverdrehung gewesen sein, da sie die Organe etwas verdrängte und so möglicherweise eine räumliche Umorganisation selbiger angestoßen hat. Aber das sind reine Spekulationen.

    Aufgefallen war uns, dass Toffee sehr matt war und seltsame Zuckungen im Bauchbereich hatte, die sich deutlich von Schluckauf unterschieden, der auch bei Frettchen vorkommt. Wir sind natürlich umgehend in die Notfallsprechstunde gefahren und Toffee wurde nach Untersuchung und Röntgen sofort operiert. Hier mal ein großes Danke an Fr. Cloidt, die den Notdienst hatte und diese fisselige OP so erstklassig durchgeführt hat. Einen Darm aneinanderzustückeln ist ja bei dieser Größenordnung nicht gerade einfach oder gar Routine.

    Die zweite OP war etwa 2 Wochen später.
    Toffee war wieder sehr schlapp und hatte wieder so beängstigende Zuckungen. Ich bin wieder umgehend zum TA gefahren und traf diesmal, aufgrund der frühen Stunde (08:00 Uhr) Frau Hase an, die neu in der Praxis ist und den Frühdienst hatte.
    Ok, ich weiß, als Neuling möchte man nicht mit Patientenbezitzern konfrontiert werden, die auf deutliche Weise klarmachen, dass jetzt und sofort und umgehend was gemacht werden muss. Ja, ich war etwas kopflos, weil Toffee wirklich sichtbar litt. Und ja, ich habe damit Fr. Hase wohl etwas unter Druck gesetzt, die aber dennoch souverän reagiert hat, Toffee erstmal ein Schmerzmittel verabreicht hat und sie dann röntgen lassen hat.
    Der Bauchraum schien voller Flüssigkeit, auf dem Bild war sonst kaum etwas zu erkennen.
    Ich verlangte eine sofortige OP um Toffees Leben zu retten. Fr. Hase rief dann den Chef der Praxis an, der eigentlich erst ab 11:00 Uhr im Hause gewesen wäre und wegen meines doch sehr drängenden Verhaltens dann einfach eher seinen Dienst angetreten hat. Fr. Hase hatte bis zum Eintreffen des Chefs, Dr. Borchers, dann auch schon alle Vorbereitungen getroffen, Toffee war bereits in Narkose und der Bauch war auch schon geöffnet.
    Hier auch Danke an Fr. Hase, die sicherlich keinen guten Eindruck von mir bekommen hatte und sich wohl auch unfair behandelt gefühlt haben könnte. Sorry! :oops:
    Zusammen haben die beiden dann wohl etwa 30ml Blut aus Toffees Bauch abgesaugt, das entspricht annähernd einem Drittel des gesamten Blutvolumens. Eine Blutungsquelle allerdings konnte nicht gefunden werden, zum Zeitpunkt der OP war bereits nichts mehr zu sehen. Im Prinzip hätte also weder Dr. Borchers den Tag so rüde beginnen müssen, noch hat die OP irgendetwas in Hinblick auf den Blutverlust gebracht, außer, dass Druck von den Organen genommen werden konnte. Das Blut hätte man vermutlich aber auch von außen mit einer Spritze aus dem Bauchraum holen können und Toffee wäre dieser große Eingriff erspart geblieben.
    Allerdings konnte Dr. Borchers bei dieser Gelegenheit sehen, dass der Bauchlymphknoten wieder normale Größe hatte und die Umfangsvermehrung an der Gekrösewurzel nun doch operabel war. Er hat das Ding rausgeholt und eingeschickt. Es war kein bösartiger Tumor, sondern eine Bindegewebe-Wucherung!
    Blutungen sind seitdem nicht mehr aufgetreten und Toffee ist am Bauch auch nicht mehr so empfindlich; am Ende ist also doch auch was Gutes dabei rumgekommen.
    An dieser Stelle ein dickes Danke an Doc Borchers, der unbürokratisch und im Sinne der armen Maus den Dienstplan ignoriert hat und zur Stelle war. Es war dadurch ein echt langer Tag für ihn, aber darüber verliert der Mann kein Wort. Es ist toll, so betreut zu werden.

    Seitdem und auch währenddessen hat Toffee ganz normal mit der Chemo weitergemacht und verträgt sie auch weiterhin gut. Wir sind inzwischen in der 13ten Woche des Chemo-Protokolls angekommen, die Hälfte ist also rum.

    Leider hat sie in den letzten Wochen mit Fieberschüben zu kämpfen, die durch die Krebserkrankung hervorgerufen sein dürften. Mit Novalgin und guter Pflege haben wir das aber bis jetzt ganz gut im Griff.

    Gestern waren wir dann bei wirklich schönem Wetter mit den dreien im Garten von Herallerliebsts Eltern. Die Patin des Trupps war ebenfalls mitgekommen und so hatten wir genug Personal zur Aufsicht über drei Frettchen und einen Fotoapperat. Bilder gibt es aber erst in einigen Tagen, die Bilder sind noch auf SchwieMus SD-Karte. :D
    Ivy, Toffee und Dax bekamen erstmalig in ihrem Leben ein Geschirr angezogen und haben, wider Erwarten, kaum Notiz davon genommen, bis auf Toffee. Ihr tat es vielleicht an den Hals-Lymphknoten weh, oder vielleicht wollte sie auch einfach nur ihren Dickkopf durchsetzen. Jedenfalls zeigte sie deutlich, dass sie unter tierschutzrelevanten Umständen zur Frischlufteinnahme gezwungen wurde. Sie versuchte sich zu schubbeln und rollte dabei unkontrolliert zwischen den einzelnen Grashubbeln rum. Ich hatte dann Mitleid mit ihr und ließ sie ohne Geschirr und Leine laufen, nur unter der Aufsicht meiner gestrengen Argusaugen. :yes:
    Sie fand es gleich viel erträglicher und hat sich fast den ganzen Garten angeschaut. Zum Schluss habe ich sie dann im Kennel festgesetzt, damit sie sich nicht völlig verausgabt und überfordert.
    Sie hat den wirklich anstrengenden Ausflug bestens verkraftet, hat noch im Garten eine Riesenportion Nassfutter zusammen mit Ivy verputzt und ist dann noch ein-, zweimal über die plattierte Terasse gehoppelt. Sie hatte Spaß. :>>
    Dax war mit seiner Patin unterwegs und hat unter anderem den Gartenteich erkundet. Auch ein wenig von innen. *rofl*
    Erst schubbelt der Kerl sich im Gras am Rand, schubbelt sich weiter zu einer Halbinsel aus Wollgras und kullert dann im Randzonenbereich ins Wasser. Ein Bild zum schießen, wie er da, eine Körperhälfte von vorne bis hinten nass, aus dem Teich schoss, auf die Wiese und sich da trockenrubbelte. Von da ging es dann in den nächsten erreichbaren Erdhaufen - die grauen Flecken sind immer noch nicht ganz raus aus dem weißen Fell. :roll:
    Na ja, bis auf eine für uns recht entspannende Müdigkeit und einer gewissen Steifheit der Glieder dank Muskelkater haben die drei den Ausflug glänzend verpackt. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, wird das wiederholt.

    (Hey, Doc, nicht nur lesen, auch kommentieren! Gerne auch, wenn ich bei den medizinischen Details Blödsinn verzapfe. :wave:)

  • Morgendliche Toberunde

  • Sunnas Aufwachritual

  • Filmchen

    So, hier mal wieder was Anderes als Krankheiten, nämlich Unsinn - von Frettchen verzapft natürlich. 88|

  • Toffee / Woche 4

    Diese Woche stand wieder eine Blutentnahme an, die Toffee wie üblich über sich ergehen ließ. Immerhin bekommt sie während und nach der Prozedur Paste ihrer Wahl zur Bestechung, die sie gerne annimmt.
    Die Ergebnisse bekommen wir, wie immer, im Laufe dieser Woche.

    Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten.
    Übelkeit zeigte Toffee gar nicht mehr und bekommt deshalb auch keine weiteren Medikamente außer alle zwei Tage das Prednisolon.

    Am vergangenen Sonntag war die Besitzerin/ Patin des Dreiertrupps hier und war sehr erfreut über die Fortschritte, die Toffee also nicht nur aus unserer Sicht gemacht hat.
    Dax und Ivy wurden intensiv bespielt und alles drei bekuschelt, was sie zum Teil doch sehr genossen. :yes:

    Toffee wiegt inzwischen wieder 1020g mit leerem Bäuchlein, hat ihr Gewicht also völlig wieder in den Originalzustand gebracht.
    Na ja, zumindest brauchen wir uns dem entsprechend keine Gedanken um eine Dosisanpassung zu machen, höchstens, wenn das Blutbild entsprechend schlecht ausfällt.
    Ich rechne ja schon damit, dass wir diesmal die Dosis, wie vom Protokoll verlangt, um 25% reduzieren werden müssen aufgrund schlechter Blutwerte.
    Aber vielleicht werde ich ja eines Besseren belehrt. :DD

  • Toffee/ Woche 3

    Am 11.02. und 12.02. bekam Toffee jeweils Alexan verabreicht.

    Wie immer bekam sie, bevor wir losfuhren, MCP-Tropfen in Katzenpudding um einer möglichen Übelkeit entgegenzuwirken.
    Sie benötigte dann aber auch keine weiteren MCP-Tropfen, sie vertrug beide Spritzen ziemlich gut, war nur müde von den langen Nachmittagen mit wenig Schlaf.

    Alexan durchdringt, im Gegensatz zu den bisher verabreichten Medikamenten, die Blut-Hirn-Schranke und kann somit auch Tumorzellen im Gehirn erreichen.

    Toffee hatte in dieser Woche ab und an sehr weichen bis flüssigen Kot, der sich aber immer schon mit dem nächsten Häufchen wieder gebessert hatte. Alexan ist dafür bekannt, dass es die Darmschleimhaut, eigentlich alle Schleimhäute angreifen kann, weshalb wir darauf besonderes Augenmerk legten. Augen - auch die Augenschleimhäute hätte betroffen werden können, die Mundschleimhäute - eben alle. Wäre es so gekommen, hätte die Maus ganz schön was mitmachen müssen, zum Glück aber sind diese Nebenwirkungen bei Tieren wesentlich seltener zu beobachten als bei Menschen.

    Insgesamt ist die Konsistenz von Toffees Häufchen besser geworden, vor allem die Farbe, was für eine bessere Verarbeitung und Auswertung der Nahrung spricht.

    In Woche 2 und jetzt in Woche 3 hatte Toffee etwas an Gewicht verloren und wog 'nur' noch 947g vor der Nahrungsaufnahme, was sie aber wohl eher unterstützt hat, als dass ihr etwas gefehlt hätte. Sie musste nicht so viel Speck mit sich herumschleppen.

    Gegen Ende der Woche meinten wir dann, dass es Toffee irgenwie besser ginge.
    Sie zeigt eine ausgeprägte Neugier bei neuen Dingen in der Wohnung und zeigt ab und an völlig normales Frettchenverhalten, wie z. B. normales Säubern des Kinns nach dem Fressen, normales Popo abwischen nach dem Klogang, womit sie sich bisher eigentlich eher schwer tat, da die Koordination nicht so klappte. Auch jetzt ist es nicht so, dass sie das immer ganz normal macht, aber es fällt schon auf, dass es nun öfter mal so ausgeführt wird.
    Auch ist es inzwischen für sie normal, dass sie in die erste Käfigetage geht und nach Mäusen/ Küken/ Fleisch sucht, das von Dax oder Ivy möglicherweise dorthin gebunkert wurde.
    Und in dieser Woche haben wir sie morgens dann auch einmal auf der zweiten Etage gefunden, wie sie friedlich auf dem Schlafsack lag und schlummerte.
    Ein Novum, denn diesen Weg hatte sie ganz alleine gemeistert! :D

    Toffee reagiert derzeit auf jeden Ruf und läuft uns munter hinterher, wenn wir sie locken. Auch auf den abendlichen Futterpfiff der die Beutetiere ankündigt, reagiert sie nun recht schnell und steht meist schon parat.
    Sie ist nicht lange unterwegs, meist nur 5-10 Minuten, in denen sie aber ganz gut läuft, und zielstrebig die typischen Bunkerplätze abgeht.
    Wenn man in der Küche steht kommt sie auch direkt zu einem und fordert Aufmerksamkeit um Leckerchen zu erbeuten. Sie stupst einen dann mit dem kalten Näschen am Knöchel an oder stellt sich mit den Vorderpfoten auch schon mal auf einen Fuß. Sehr süß. ;D

    Ihr Gewicht nimmt wieder zu, da wir ihr nun annähernd täglich ihr geliebtes rohes Fleisch anbieten. Mal Kaninchen, dann Huhn, Pute, Hühnerherzen, Rinderhack... Sie frisst alles mit großem Appetit und wachsender Begeisterung.
    Da diese Mengen nun die 20% weit übersteigen, die man ohne BARF-Zusätze füttern kann, gibt es nun Felini Complete zum Fleisch. Und zur Unterstützung des Immunsystems und weil es anscheinend lecker ist, gibt es dann auch noch Colostrum, alles zusammen mit einer gewissen Menge warmen Wassers, damit das Fleisch schön eintopfig ist.
    Toffee mag das. :yes:

  • Toffee / Blutbild 04.02.2013

    Hier noch das erste Blutbild seit Beginn der Therapie:

    Blutbild_04_02_2013

    Zum Ansehen aufs Bild klicken und dann auf "Download". Muss man natürlich einen PDF-Reader für haben.

  • Hoffnung

    Die Cemo hilft dir , sie ist dein Freund auch wenns manchmal unstimmigkeiten bei der Freundschaft gibt.
    (gerade in einem Forum gefunden (Manarmada))

     

    Ich habe mir immer vorgestellt die"weißen Ritter"kämpfen gegen das böse Schwarze und da sie alle an der Front sind, bleiben nur noch wenig " Zuhause".
    (aus dem selben Forum; zum Leukozytenabfall (Chrischi S.))

    Hoffentlich bleiben Toffees weiße Ritter in ausreichendem Maße weiter zu Hause. |-|

  • Apothekensuche

    Die Suche nach einer Apotheke, die uns die Medikamente zur Verfügung stellen würde wie wir sie für Toffees Behandlung benötigen, nahm etliche Wochen in Anspruch.

    Am einfachsten wäre es gewesen, könnte man die nächste Krankenhaus-/ Klinikapotheke ansprechen. Sie sind, wenn es im entsprechenden KH eine Onkologie gibt, fast immer genau so ausgerüstet, wie man es in solch einem Fall braucht.
    Das Problem ist nur, das Krankenhausapotheken nur an das KH verkaufen dürfen, nicht nach draußen.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, hat es was mit der Umsatzsteuer/ Mehrwertsteuer zu tun.

    Ich musste nun also nach einer öffentlichen Apotheke suchen, die das Gewünschte herstellen kann.
    Anfangs war ich von falschen Voraussetzungen ausgegangen und dachte, ich bräuchte Tabletten mit der entsprechend geringen Dosierung, die ich dann entweder mit einem Tabletteneingeber in den Rachen gebe oder aber in einer Flüssigkeit auflöse und mit Vitaminpaste, Katzenpudding, oder was auch immer vermischt, aufschlecken lasse.
    Ich habe also nach einer Apotheke gesucht, die mir Tabletten für die oral zu verabreichenden Medikamente herstellt.
    DAS war ein großer Fehler und hat viel Zeit gekostet, wie ich inzwischen weiß. Ich konnte nämlich keine einzige Apotheke finden die Tabletten presst, erst recht keine Zytostatika-Tabletten.
    Kapseln waren für mich keine Alternative, sie sind zu groß um sie in ein Frettchen zu bekommen und vom Öffnen der Kapseln wurde dringend abgeraten.
    Aber auch Kapseln kann nicht jede zytostatikaherstellende Apotheke produzieren, die meisten sind auf Infusionslösungen eingestellt.
    Alles andere gibt es für Menschen als Fertigpräparate in passenden Dosierungen bereits.

    Durch meine Gespräche mit etlichen ApothekerInnen fand ich dann heraus, dass man die humanmedizinischen Präparate in entsprechenden Lösungsmitteln auflösen, eine gewünschte Dosierung damit herstellen und dann als Flüssigkeit oral eingeben könnte.
    Ich habe also danach gefragt, habe auch eine Apotheke gefunden, die u. a. die Tierklinik Hofheim mit Zytostatika versorgt und habe dort mein Anliegen vorgetragen.
    Die Mitarbeiterin dort war auch zuerst wirklich nett, hat mir erklärt was sie von mir braucht an Aufstellungen für Dosierungen und meinte, dass das wohl ohne weiteres machbar ist.
    Auf meine Frage nach einem Kostenvoranschlag rechnete sie mir dann die ungefähren Preise vor und wir kamen zu der Feststellung, dass das wirklich machbar und tragbar wäre, wie sie es mir vorrechnete. Wir wären auf etwa 860€ - 900€ für die ersten 8 Wochen gekommen.
    Sie wollte nur noch einmal die Dosierungen mit ihrem aus dem Urlaub zurückkehrenden Chef besprechen, bevor sie dann endgültig an die Umsetzung ginge.

    Das war am 18.01.

    Da alles geklärt schien, habe ich direkt für den folgenden Montag einen Termin bei unserem TA gemacht für das Tumor-Staging, das unterteilt ist in 4 Stadien.
    Dafür wird Blut für ein Differenzialblutbild abgenommen, und der Körper wird auf möglicherweise vorhandene Tumore untersucht, um einen Eindruck vom aktuellen Stand der Erkrankung zu bekommen.
    Toffee wurde zu diesem Zweck zuerst mit den Händen abgetastet, dann geröntgt und zum Schluss noch per Ultraschall untersucht.
    Zum Zeitpunkt des Stagings gab es den operativ entfernten Lymphknoten in der Kniekehle, der auffällig war, die Milz war i. O., die Leber zeigte eine Auffälligkeit und der Bauchraum ebenfalls, beides nicht eindeutig, aber die Vermutung auf ein Krebsgeschehen liegt nah.
    Andere Organe waren nicht betroffen; die Blutuntersuchung zeigte keine Auffälligkeiten bei den Leberwerten, nur die bekannten Werte wie Lymphozyten und Hämatokrit waren außerhalb der Norm, wie bereits gewohnt.
    Toffees Erkrankung wurde aufgrund der erhobenen Fakten ins Stadium 2 bis 3 eingeordnet.

    So. Das Staging war also gemacht, die Kosten bereits hoch für diese ganzen Untersuchungen, fehlte noch die endgültige Info der Apotheke.
    Die bekam ich dann, nachdem ich selbst um 16:07 dort anrief. Mir war eigentlich ein Anruf von Seiten der Apotheke gegen Mittag angekündigt worden.
    Die dann folgende Aussage hatte mich dann sehr erschüttert, sagte mir die Mitarbeiterin der Apotheke doch, dass ihr Chef geäußert habe, man gebe mir die Medikamente für wöchentlich 1.000 €.
    Pauschal.
    Angenommen, Toffee geht durch die ganze Dauer des Protokolls, 26 Wochen, wären das 26.000 €, die die Apotheke von mir verlangte.

    Als ich mich anderntags ein wenig gefangen hatte, rief ich dort noch einmal an und bat um einen schriftlichen Kostenvoranschlag.
    Nachdem ich mir anhören konnte, dass sie dort nicht gerade auf "Leute wie mich" warten würden damit diese ihnen Arbeit machten, wurde ich dann doch etwas ungehalten und wiederholte meine Anforderung eines Kostenvoranschlages. Dies wurde mir letztlich dann auch zugesagt.
    Allein - es blieb bei der telefonischen Zusage, ich habe seitdem nichts mehr von der Burg Apotheke in Königstein gehört...
    Dass zuerst einmal die Preise der Medikamente an sich anfallen würden, war mir klar. Aber danach wäre es jeweils nur die dosisgerechte Anmischung und Abfüllung, zuzügl. Versand, wo ich sicherlich nicht jede Woche 1.000 € an Kosten zu erwarten hätte. Unter keinen Umständen!
    Von der Apotheke wurde mir mitgeteilt, dass Apotheken bei Rezepten mit privater Kostenübernahme nicht an Preise gebunden sind sondern diese festlegen könnten wie sie wollten.

    Ich bin mir nicht sicher ob sich dies schon im Bereich von Wucher bewegt, werde mir die Apotheken-Preisverordnung aber dazu noch einmal zu Gemüte führen.

    Dieses hin und her hat erneut Zeit gekostet, insgesamt fast 2 Wochen, wo doch jeder Tag zählt wenn man Krebs bekämpfen will.

    Ich habe dann, mit Blick auf die inzwischen erarbeiteten Kenntnisse, die Apotheken im Umkreis wieder angefangen abzutelefonieren in der Hoffnung, hier doch noch Hilfe zu finden.

    In Recklinghausen hieß es, dass man nicht außerhalb der Stadtgrenze liefern dürfe und die Abgabe an Nichtmediziner nicht möglich sei.
    Dies ist inzwischen, Dank der Recherchen von Toffees Besitzerin/ Patin widerlegt; ein Telefonat mit der Amtsapothekerin ergab, dass nichts dagegenspräche auch solche Medikamente in Nachbarstädte oder sonstige zu liefern.

    Wie auch immer, die Apotheke war der Ansicht, dass sie nicht weiterhelfen könne, also weitergesucht nach einer Apotheke in Dortmund, wo auch unsere TA-Praxis ist.

    Mit der Josefs Apotheke hatte ich zuvor schon Kontakt bezüglich der Beschaffung von Zytostatika, habe aber zum damaligen Zeitpunkt die falschen Anforderungen gestellt und deshalb auch von dort abschlägigen Bescheid bekommen.
    Da ich nun aber mehr wusste und sich die Anforderungen an die Apotheke geändert hatten, rief ich dort noch einmal an.
    Nachdem ich erklärt hatte, dass ich in Flüssigkeiten gelöste Medikamente bräuchte, war alles kein Problem mehr.
    Ich übersandte der Mitarbeiterin der Josefs Apotheke die Tabellen mit den Dosierungen und benötigten Darreichungsformen und die Mitarbeiterin erklärte mir, wie sie sich das weitere vorstellt.
    Sie würde die zu injizierenden Medis in angefragter und vom Tierarzt verordneter Dosierung in einer Einmalspritze aufziehen, einzeln jeweils einschweißen und so gebrauchsfertig abgeben.
    Das Gleiche dann mit den oral einzugebenden Medis, die sie ebenfalls im entsprechenden Lösungsmittel auflösen, runterdosieren und in eine Einmalspritze aufziehen würde, hier dann ohne Nadel, da eine solche nicht benötigt würde.

    Es klang alles ganz einfach und das war es dann auch. (Ein dickes DANKESCHÖN dafür!)

    Zusätzlich ließ ich dann jeweils bei der Abholung der Zytostatika noch Handschuhe, Mundschutze und beim ersten Mal auch drei Schutzbrillen mit dazu legen, damit der TA, Herzallerliebst und ich mit einer persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet sind.
    Auf die Mithilfe einer Tierarzthelferin verzichten wir bei den Verabreichungen, da nicht mehr Leute als unbedingt nötig den Gefahren von Chemotherapeutika ausgesetzt sein sollen.

    Die Kosten bewegen sich in gänzlich anderem Rahmen, als von der anderen Apotheke verlangt.
    Die Medikamente und deren Herstellung werden vermutlich etwa 1.600 € für die gesamte Dauer der Behandlung betragen. Dazu kommen dann noch Kosten für Untersuchungen, Blutbilder und was sonst noch anfällt.
    Alles in allem kein Pappenstiel, aber mit Hilfe von Toffees Besitzerin/ Patin zu bewältigen. Ganz liebe Grüße in diese Richtung!!!

  • Toffees Chemotherapie-Protokoll

    Im folgenden findet ihr hier die Originaldokumente, die ich bei Dr. Jörg Mayer angefragt und übersandt bekommen habe.

    Jeweils auf die Abbildung klicken und dann auf "Download" (bei den PDFs) bzw. auf die Tabelle macht groß.

    Das eigentliche Protokoll:

    lymphoma+protocol+ferrets

    Die Umrechnung von Gewicht zu Körperoberfläche, wonach die Dosierungen von Zytostatika im Regelfall berechnet werden:

    Ferrets+meter+square

    Und die Instruktionen fürs Protokoll:

    instructions+for+the+protocol

    Dann die Aufstellung der amerikanischen Medis, Wirkstoff, deutsches Medi und Dosierungen auf Toffee angepasst.
    Außerdem die Einkaufspreise, die ich selbst aus dem Internet herausgesucht habe.
    Bei den Preisen kommt dann aber auch noch die Herstellung dazu, da die Dosierungen der Orininalmedikamente auf Menschen ausgelegt ist, nicht auf Frettchen.

    Medikamente_Dosierungen_Preise

    Hier dann das für Toffee angepasste Protokoll mit den auf dem deutschen Markt zugelassenen Medikamenten:

    Überarbeitetes Protokoll

    Jetzt musste noch eine Apotheke gefunden werden, die zum einen Zytostatika herstellen kann und darf und zum anderen auch die benötigten Darreichungsformen herstellen kann.
    Viele Apotheken können zwar Infusionen herstellen, haben aber nicht die Ausstattung um Tabletten zerstoßen und lösen zu können, wenn ich das richtig verstanden habe.

    L-Asparaginase: wird aus Trockensubstanz und Wasser für Injektionszwecke hergestellt und sollte von der Apotheke in benötigter Dosierung in eine Einmalspritze aufgezogen werden.

    Endoxan: Tabletten sollen von der Apotheke zermörsert, in Flüssigkeit gelöst und in angefragter Dosierung in eine Einmalspritze aufgezogen werden; Eine Nadel ist nicht nötig, da orale Verabreichung.
    Achtung: schmeckt bitter, wird NICHT freiwillig aufgenommen!

    Alexan: Injektionslösung; soll von der Apotheke in angefragter Dosierung in eine Einmalspritze aufgezogen werden.

    MTX: Injektionslösung; soll von der Apotheke in angefragter Dosierung in eine Einmalspritze aufgezogen werden. Aufgrund der niedrigen Dosis wird vorherige Verdünnung nötig sein.

    Leukeran: Je nach Größe der Filmtablette wird sie entweder mit einem Tabletteneingeber in den Rachen gegeben, oder die Apotheke soll sie zermörsern und in Flüssigkeit gelöst in eine Einmalspritze aufziehen, ohne Nadel, da orale Gabe.

    Natulan: Tabletten sollen von der Apotheke zermörsert, in Flüssigkeit gelöst und in angefragter Dosierung in eine Einmalspritze aufgezogen werden; Eine Nadel ist nicht nötig, da orale Verabreichung.
    Achtung: schmeckt bitter, wird NICHT freiwillig aufgenommen!

    Für die bitteren, oral zu verabreichenden Medikamente werde ich versuchen, mit Haferschleim oder ähnlichem und einem Geschmackgeber wie Lachsöl, den bitteren Geschmack zu maskieren, damit es für Toffee in Zukunft weniger unangenehm ist.
    Versuchsobjekt für erste Tests mit Bitterapfel werde ich selbst sein, bevor ich es möglicherweise(!) an Toffee ausprobiere.

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